Es ist ungeheuerlich, dass die Freien Wähler CDU, SPD und Grünen vorwerfen, eine Listenverbindung eingegangen zu sein. Wesentlicher Bestandteil einer Demokratie ist es, dass sich Mehrheiten finden. Das ist vorliegend geschehen, um die ganze Vielfalt der Grünberger Parteienlandschaft in den verschiedenen Funktionen der städtischen Gremien abzubilden. Die Junge Union Ostkreis Gießen unterstützt diesen Weg uneingeschränkt. Der Ärger der Freien Wähler und ihre Anschuldigungen – wie der Vorwurf, dass es sich bei der Listenverbindung lediglich um parteipolitisches Kalkül handle – zeigt deutlich, dass es den Freien Wählern in Grünberg nicht mehr um Inhalte und sachorientierte Zusammenarbeit, sondern um Posten geht. Die Bürgermeisterpartei, die bei der Kommunalwahl vom Wähler abgestraft wurde, will weiterhin die zentralen Posten besetzen, um sicherzustellen, dass ihr Bürgermeister kritiklos durchregieren kann.

Listenverbindungen zwischen FWG und CDU in der Vergangenheit

Es ist auch falsch, wenn die Freien Wähler behaupten, dass eine Listenverbindung ein für Grünberg einmaliger Vorgang ist. In der Vergangenheit hat es dies immer wieder gegeben. Vor allem unter dem CDU-Bürgermeister Siegbert Damaschke hat es Listenverbindungen zwischen CDU und Freien Wählern gegeben, um den Freien Wähler den Posten des Ersten Stadtrats zu überlassen. Eine derartige Listenverbindung ist für die Freien Wähler in Grünberg scheinbar legitim. Führt eine Listenverbindung jedoch zu Nachteilen für die Freien Wähler, wird sie unverhältnismäßig kritisiert. Dieses widersprüchliche Verhalten ist für die Junge Union Ostkreis Gießen der Beleg für eine machtorientierte Personalpolitik.

Parteipolitisches Kalkül der Freien Wähler

Die Junge Union Ostkreis Gießen kritisiert vielmehr das parteipolitische Kalkül der Freien Wähler Grünberg. Dies zeigt sich nicht nur an der Postenbesetzung, sondern auch in der inhaltlichen Arbeit. Nachdem die Grünberger CDU in einem brisanten Pressebericht die schockierenden und skandalösen Zustände am Grünberger Campingplatz offengelegt hat, hat die CDU in der Stadtverordnetenversammlung beantragt, dass die Entleerungsstation für die Chemietoiletten außerhalb des Duschhauses angebracht werden solle. Dieser Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt, jedoch wurde derselbe Antrag in der nächsten Sitzungsrunde von den FWG eingebracht und verabschiedet. Julian Sann, Vorsitzender der JU Ostkreis Gießen, sagt hierzu: „An diesem Verhalten wird das parteipolitische Kalkül der Freien Wähler sichtbar. Sie schmücken sich mit fremden Federn und verkaufen die Ideen der anderen Fraktionen als ihre eigenen Erfolge. Den Fraktionen, die eine Listenverbindung eingegangen sind, parteipolitisches Kalkül vorzuwerfen, ist an Ironie kaum mehr zu übertreffen.“

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